Reisen

Guten Tag und muito bom dia, liebe Besucher dieser Seite!

Mit den Schwerpunkten Olivenöl, Käse und Wein läd marmello Sie ein und und begleitet Sie auf Reisen in den unteren Alentejo. marmello bietet Tipps im Sinne von “Schlender Studies” mit Spaziergängen und kleine Wanderungen zu Zeugnissen römischer, arabischer und lokaler aktueller Geschichte, Sozialpolitik und Kultur.

Der Alentejo ist immer schön: im frühen Frühjahr die zauberhaft bunt blühenden Wiesen unter den lichten Steineichen und Ölbäumen, Mohnblüten am Wegrand schon im Februar … der Mai dann in den Farben von rosa Rosen und blauem Agapanthus, lirios e rosas … Juni und Juli richtig für alle, die Hitze wirklich lieben (und für die anderen gibt es kühleres Wetter an der alentejanischen Küste) … August und September schön warm für Schwimmen, Erholung und Unternehmungen … der Oktober wunderbar zum Wandern mit sonnig-warmen Tagen und kühlen Nächten …

Die klassische Reisezeit ist Frühjahr (April/Mai) sowie September und Oktober im Herbst. Marmello empfiehlt zusätzlich besonders die Reisezeit den Februar und Anfang März, denn diese beiden Monate garantieren erholsame Frühblüher-pollenfreie Tage und lange sternklare Nächte unter funkelndem Himmelszelt. Mittags reicht oft schon das T-Shirt, abends und nachts ist es noch richtig kalt, aber: Es regnet viel seltener als im April!

Aber nicht nur im Frühjahr, auch im Oktober glitzert die Milchstraße, und Sternschnuppen sind wirklich oft zu sehen: marmello liebt die Schriften Galileis, hilft beim Auffinden der Planeten und erklärt gern die Sternbilder der Jahreszeit.

Regional bekannte, aber versteckte Restaurants und Kneipen zeigen uns die Spezialitäten der alentejanischen Küche und runden das Programm genießerisch ab.

Gerade für Sprachunkundige und Neulinge sind unsere Tipps ein wunderbarer Einstieg in die Geheimnisse des iberischen Südens. Je nach Interesse kann gerne auch der Austausch mit lokalen sozialen oder umweltpolitischen Initiativen vorbereitet werden.

Konnten wir Sie neugierig machen? Mailen Sie mir, vielleicht kommt im Februar und im Mai 2017 wieder eine nette Gruppe zusammen.

Olivenöle

O Oliveira da serra,
O vento lhe leva a flor,
Só eu nao tenho quem me leve
Uma carta ao meu amor

Olivenöl heißt auf portugiesisch azeite, die Olive azeitona. Arabische Namen. Oliven werden seit der Zeit der Punier angebaut. Uralte Ölbäume prägen neben den weit ausladenden Korkeichen (Sobreiros) und den Steineichen (Azinheiras) das Landschaftsbild.
Der Ölbaumbestand mit neuen Pflanzungen wächst im Alentejo seit 18 Jahren stetig. Es gibt zwei gegensätzliche Entwicklungen: Zum einen breitet sich der quasi-industrielle Anbau auf riesigen Monokultur-Flächen mit künstlicher Bewässerung, Herbiziden und Pestiziden durch große portugiesische und spanische Firmen immer mehr aus. Viele Weizenfelder aus den achtziger Jahren sind jetzt Ölplantagen.
Andererseits verzeichnet auch der handwerkliche und der ökologische Anbau Zuwächse und wird endlich mehr beachtet.

Marmello möchte die alentejanischen Olivenöle bekannter machen, dabei vor allem auf die Qualität aus der Bio-produktion und aus den genossenschaftlichen Mühlen hinweisen. Die Leute von Risca Grande haben auch exquisite Olivenöle mit Zitrone limao, Basilikum mangericao und Mandarinen tangerinas im Programm: Hierfür wandern mit den Oliven gleich auch die Biozitronen (das Basilikum, die Mandarinen…) mit in die Presse. Es wird kein Aroma später zugesetzt!

Die traditionellen Olivensorten im Süden Portugals heißen “Galega”, “Cordovil” und “Verdeal”. Sie ähneln den bei uns bekannten Oliven weder optisch noch geschmacklich, sie sind klein, spitzbäuchig und eher bitter. Vor allem die Galega-Olive wird traditionell in Sole eingelegt mit Lorbeer, Oregano, etwas Knoblauch und Zitrone, auf diese Art haltbar gemacht ist die kleine Speiseolive vor dem Essen im Alentejo sehr beliebt. Fragen Sie im Restaurant nach der Galega – oft meinen die Wirte heutzutage, Besucher aus Deutschland liebten nur die geschwärzte Massenware.

Zu probieren wäre auch mal, aus den Bioläden die Olivenblätter als Tee aufzukochen: der schmeckt (und wirkt!) ähnlich wie Grüner Tee!

Ölmühlenadressen der Region finden Sie unter “produtos regionais” und “azeite” auf allentejo.com Mit uns besuchen Sie hinter Sta Iria die Betreiber der _demeter_-zertifizierten Ölmühle Risca grande , die mit ihren Sorten in den letzten Jahren einige der renommiertesten europäischen Olivenölpreise gewonnen haben.

Arquivo

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Em homenagem a Frieder Bauer (1946 – 2008) – grande amigo do povo alentejano, fotógrafo, sociólogo, taxista e ‘companheiro de aventuras’ – publicamos aqui uma seleccao das suas fotografias dos “anos da reforma agraria”.
A poesia destas lembrancas fotográficas em preto e branco reflecta a sua proximidade íntima e o seu grande respeito à gente da zona.

Zur Erinnerung an Frieder Bauer (1946 – 2008), Fotograf, Soziologe, Taxifahrer und ‘companheiro de aventuras’, wie ihn Janita Salomé so treffend auf seiner wunderbaren CD “em Nome da Rosa” nennt

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Tambem vale dar uma olhada ás fotografias dos anos oitenta no actual arquivo digitalisado do Diario do Alentejo !

Alentejo o meu amor

Ein so weites Land. Ein Mensch kann hier sein Leben lang gehen, ohne sich jemals zu finden, schrieb José Saramago

marmello hat sein Herz an die weiten goldenen Ebenen der “planicie dourada” und ihre Bewohner verloren. Seit über zwanzig Jahren kommen wir immer wieder in den unteren Alentejo zurück und stehen in regem Kontakt mit Freundinnen und Freunden in der Region.

Der Charme der Weltkulturerbe- Stadt Évora im oberen Alentejo ist zum Glück inzwischen endlich bekannter geworden. Wir empfehlen Ihnen deshalb Beja, die Königin der Ebenen “a Rainha da planície” weiter im Süden: Die Distrikthauptstadt des unteren Alentejo mit ihren zahlreichen historischen Schätzen von der präromanischen Zeit bis zum Manuelismo soll Ausgangspunkt unserer Ausflüge sein. Beja hat den berühmten Dichter Al-Mu’tamid hervorgebracht und wurde durch die “portugiesischen Briefe” der Nonne Mariana de Alcoforado an ihren französichen Chevalier für di lesenden Schichten Frankreichs und Deutschlands ein Ort auf der literarischen Landkarte.

In Mértola bewundern wir das großartige Ensemble von Burg, Fluß und weißen Gäßchen, auch sein Museu Islámico darf nicht übergangen werden. Dem unermüdlichen vielseitigen Engagement des Archäologen Cláudio Torres ist zu verdanken, daß Mertola eine durchgehend gut erforschte Geschichte erzählen kann, und schon früh auch die erhaltenen handwerklichen Künste gefördert und am Leben erhalten wurde.

Wir wandern zu den urtümlichen Wassermühlen “azenhas” am Guadiana, und lassen uns unter Ölbäumen ein Picknick in der Abendsonne schmecken. Wir schlendern durch das kleine feine Serpa, eine Perle unter den weißen Städtchen, das für seinen buttrigen Schafskäse weithin berühmt ist, der seit der Römerzeit lab-frei (!) mit einem Tee-Aufguß aus den violetten Blüten wilder Artischocken angesetzt wird.

Dem Städtchen Serpa gratulieren wir jetzt auch herzlich, weil es engagiert das Erbe Mestre Michel Giacomettis, des unermüdlichen Sammlers traditioneller Volksweisen, hoch gehalten hat und mit seiner casa do cante die Kandidatur der ergreifenden Chorgesangstradition cante alentejano erfolgreich bis zu seiner Anerkennung zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe im Jahr 2014 begleitet hat.

Auch vorher, im Jahr 2011, haben wir uns schon unbändig gefreut, als die Anrainergemeinden des Alqueva-Stausees von Monsaraz bis Moura wegen des besonders klaren Himmels als erste weltweit auf die neue UNESCO-Liste für Sternenlicht-Reservate aufgenommen wurden. Der untere Alentejo hat freilich die gleichen guten Sichtbedingungen! Ein tiefer Blick in die Weiten des Kosmos kann inzwischen bei einer “noite astronomica” in einer gut ausgetatteten Sternwarte in Minas S. Domingos gebucht werden oder, ganz neu, am OLA – Observatorio Lago Alqueva bei Monsaraz.
Freunde haben uns manchmal erzählt, daß für sie der Sternenhimmel mit bloßen Augen um vieles romantischer sei als alle technischen und physikalischen Erläuterungen … wenn Sie mich begleiten, zeige ich Ihnen mit großem Vergnügen die aktuell sichtbaren Planeten, die Sternbilder und die Milchstraße auch ohne apps, Linsen, und Apparate!

Aktuelle Konzerte und Ausstellungen und Messen finden auch Eingang in Reisetipps. Hinweise auf aktuelle kulturelle Highlights findet man derzeit z.B. bei cultura-alentejo, einer Seite, die unter “fotografias” auch einen kleinen Ausschnitt des Schaffens des Foto-Chronisten des Alentejo, António Cunha aus Beja, zeigt.

Kontakt

o marmelo, m. – die Quitte, f.
Marmelo ist natürlich der Großvater aller Marmeladen und jetzt auch der Pate dieser Web-Seite.

Die Quitte ist das erste Obst, das zur Konservierung nicht nur gedörrt (getrocknet) wurde, sondern in der Neuzeit als aufwendig mit Rohrzucker gekochte Paste zur Delikatesse an den Höfen Europas avancierte. So wurde im Lauf der Jahrhunderte der Obstname zur Bezeichnung für allerlei süße Fruchtaufstriche. In Portugal jedoch heißen alle Marmeladen “doce” – außer der köstlichen Paste aus Quitten, der echten “marmelada”.
Die Quitte gehört mit dem Weinstock und dem Ölbaum zum Besten unserer “Brave Old World”!

Friederike Heuer ist “Kulturbotschafterin” für den Alentejo. Außerdem ist sie Dozentin für Einsteiger-Kurse in Astronomie.

Kontakt:
mail (at) marmello . de

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marmello ®
Friederike Heuer
Luisenplatz 23
60316 Frankfurt

marmello hat jetzt auch einen eigenen blog: blog.marmello.de für aktuelle Reflexionen und historisches Gedenken, für die unabhängige Reisegestaltung, mit Tipps und links zum Weiterforschen.

Das Europa der Finanzmarktgesetze braucht Gegengewichte: gelebtes Interesse an den Regionen des alten Kontinents, Kontemplation und “Auszeiten” aus den Diktaten der Hektik und besonnene Neugier auf das Leben der Nachbarn. Eine Politik, die Mißgunst zwischen den Völkern Europas sät, kann schlicht nicht die richtige sein.